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tobias kiwitt

GOETHEINE
 

Kennst du das Land, an das denk ich diese Nacht
- verlassen hab ich's durch Feld und Auen -
Wo Röslein rot und Zitronen blühn
Lorbeeren hoch und Myrten still stehen
Brot wächst und Goldorangen glühen?
- Ach meine Ruh ist dahin, dahin

Ja, Zuckererbsen für jedermann gedacht
- Es klinget wie Flöten und Geigen -
Doch hier ist die Luft kühl und es dunkelt
beim späten Wind- und Nächtereiten
Und nur der Gipfel des Berges funkelt
- Zurück möcht' ich zur Lebens Quelle hin

- So leben zwei Leben in meiner Brust dahin
Und ich glaub, die Augen beginnen zu tropfen
Ich weiß nicht was die Bewegung soll bedeuten,
an der Grenze fühlt' ich ein stärkeres Klopfen
- Doch möcht ich zuletzt all dies gar nicht deuten:
denn aufgewacht, bin ich nun ganz um den Schlaf gebracht


erschienen in:
Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts (Hrsg.)
Ausgewählte Werke II, Realis-Verlag, München 1999

http://gedichte-bibliothek.de/Preistraeger/preis99_1.html

texte von tobias kiwitt 

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